Notre stage à St.Malo

Mit einem Haufen Koffer, einer Mischung aus Nervosität und Müdigkeit in den Gesichtern und einigen ebenso nervösen und müden Eltern wartete am 8. April die Französischgruppe des 4. Jahrgangs am Wiener Flughafen auf ihren Flug in das Land, wo Schnecken und Froschschenkel als Delikatesse gelten und der Baguettekonsum wahrscheinlich zu hoch ist – das Land, dessen Schriftsteller uns Tränen in die Augen schrieben, dessen Maler uns heute noch zum Staunen bringen, dessen Revolutionäre uns heute noch inspirieren – Frankreich.

Bevor wir unsere Reise jedoch überhaupt beginnen konnten, mussten schon die ersten Hürden überwunden werden: Übergepäck und Fluglotsenstreik. Trotz der gegebenen Umstände  schafften wir es durch ein-zwei eingelegte Powerwalks und dem Fahrplan bei der Hand, pünktlich im TGV nach St.Malo zu sitzen.

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Die Aufgeregtheit, die vorher noch von der Müdigkeit überschattet wurde, machte sich langsam in unserem Zugabteil bemerkbar. Die, die davor schon nervös waren, wurden noch nervöser und die, die bis jetzt noch ruhig waren, begannen langsam in ihren Sitzen rum zu rutschen und zu oft auf die Uhr zu schauen. Alle möglichen Situationen, die wir vorher im Französischunterricht besprochen hatten, spulten wir in unseren Köpfen ab- denn die könnten uns schon bald erwarten. Wie rufe ich nochmal die Rettung auf Französisch? Was mache ich, wenn ich krank bin? Was ist jetzt richtig: „Je suis en panne“ oder „Je suis tombée en panne?“ Oder doch was komplett anderes?!

Unsere fieberhaften Überlegungen waren dann sowieso vollkommen vergessen, als wir dann tatsächlich im sonnigen St.Malo ankamen und wir von all unseren Gastfamilien begrüßt wurden. Nach und nach wurden unsere Namen ausgerufen und wir zu unseren Familien gesteckt. Erstmals wurden holprige Sätze in unseren Köpfen geformt, als wir die ersten Konversationen mit unseren Gastmüttern/Gastvätern begannen.

Trotz anfänglicher Zweifel, schafften wir uns alle ziemlich schnell bei unseren Gastfamilien einzuleben und es fiel uns von Tag zu Tag leichter Französisch zu sprechen. Die Wörter, bei denen wir am ersten Tag drei Anläufe brauchten, um sie aussprechen zu können, gingen uns nach der ersten Woche ohne Probleme über die Lippen.

Man muss dazu anmerken, dass wir auch genug Übung bekamen, denn wenn wir nicht zuhause bei unserer Gastfamilie waren und über Gott und die Welt sprachen oder auf Ausflügen neue Orte erkundeten, arbeiteten wir in örtlichen Unternehmen.

Dort erwarteten uns jeden Tag neue Herausforderungen: Kunden bedienen, neue Aufgaben bewältigen oder Lösungen für Probleme finden. Abgesehen davon hatten wir alle aber noch einen zusätzlichen Ansporn: Unsere eigenen Ziele, die wir innerhalb eines speziellen Programmes, namens Ecvet, festgelegt hatten. Innerhalb Ecvets, hatte sich vorher jeder mit Frau Prof. Decreuse branchenspezifische Ziele gesetzt, die wir innerhalb unseres Praktikums erfüllen mussten. Unsere Chefs würden dann im Nachhinein bewerten, ob wir diese Ziele tatsächlich erfüllt haben oder eben nicht. Diese Ziele waren nicht nur auf die Arbeit bezogen, sondern beinhalteten auch soziale Aspekte, wie Gespräche mit den Kollegen führen zu können oder über die eigene Kultur zu erzählen. Anscheinend war unsere Klasse ziemlich erfolgreich, Freundschaften in der Arbeit zu schließen, denn viele von uns fuhren mit ein mehr Facebook und Snapchat Freunden nach Wien.

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Auch wenn wir alle mit unserer Arbeit zufrieden waren, konnten wir natürlich nicht immer arbeiten. Glücklicherweise hatte Frau Prof. Decreuse für viele Exkursionen gesorgt. In unserem 3-wöchigen Aufenthalt sahen wir beispielsweise Cancale, wo wir das erste Mal Austern probierten, was für manche ein mehr und für andere ein weniger schönes Erlebnis war. Danach sahen wir Mont Saint Michel, eine kleine Gemeinde auf einer Insel, die eigentlich komplett von einer Abtei eingenommen wird. Diese Insel ist bei Ebbe leicht und bei Flut nur über eine Brücke zugänglich. Wir besuchten auch Dinard, eine Nachbarstadt von St.Malo, in der wir einen typisch Französischen Markt besuchten, auf dem es neben vielen verschiedenen Fisch-, Krebs- und Muschelarten, gesalzenes Karamell, gesalzene Butter, Käse und bretonisches Gebäck gab. An unserem dritten Wochenende besuchten wir dann auch die Stadt der Liebe, Paris, in der wir zwei Tage verbrachten und alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sehen konnten.

Alles in Allem verflog die Zeit wie im Flug und ich für meinen Teil habe immer noch nicht so richtig realisiert, dass wir gerade fast einen Monat in Frankreich waren. Wir konnten auf dieser Reise unsere Grenzen austesten, neue Erfahrungen sammeln und unser Französisch verbessern. Ich würde es ohne Nachzudenken, jedem empfehlen.

                  Nicolin Irk (im Namen der 4abk)