Weltfriedenstag 2016

Die Jahresversammlungen der UN-Generalversammlung beginnen traditionell am dritten Dienstag im September. Am 21. September 1981, dem Tag der damaligen Vollversammlung, verkündete die Generalversammlung folgende Erklärung: „Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.“

Am 30. November desselben Jahres wurde dieser Tag in der UN-Resolution 36/67 zum „International Day of Peace“ erklärt. Er soll ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein.

Seit 2004 ruft der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) alle Kirchen dazu auf, jährlich den 21. September zu einem Internationalen Tag des Gebets für den Frieden zu machen. Er soll gesehen werden „als eine Möglichkeit, die Zeugniskraft der Kirchen und Glaubensgemeinschaften den vielen Kräften der weltweiten Bewegung für Frieden und Gerechtigkeit hinzu zu fügen“.

Seit Februar dieses Jahres ist unsere Schule eine UNESCO-Schule und wir fühlen uns der Friedensidee der Vereinten Nationen nicht nur verbunden, sondern auch verpflichtet. Wenn ich heute jedoch eine Zeitung aufschlage, dann muss ich feststellen, dass dieses hehre Ziel Weltfrieden immer noch eine Utopie zu sein scheint – aber ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass wir unsere Hände in den Schoß legen und die Verantwortung für den Frieden anderen – den hohen Damen und Herren der Weltpolitik, den Armeen, den Soldaten übertragen sollen. Denn Frieden beginnt im Kleinen, beginnt unmittelbar vor unserer Haustür, beginnt in unseren Herzen – und für die sind wir – jede und jeder von uns – selbst verantwortlich.

Frieden beginnt zwischen dir und mir – wenn wir uns gegenseitig in unserem Sein und Anders-sein akzeptieren.

Der jüdische Theologe Martin Buber hat gesagt: „Das ICH wird am DU zum ICH“ – die Begegnung mit dem Anderen ist uns also von Anfang an in die Herzen gelegt. Und Buber sagt weiter: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – und nur daraus kann Frieden entstehen.

Frieden beginnt im Zwischenmenschlichen – und so freuen wir uns ganz besonders, dass wir heute eine Reihe von Gästen hier begrüßen können, die von ihren Begegnungen mit Menschen in ihren Arbeitsbereichen erzählen können und auf diese Weise in ihrem unmittelbaren Umfeld zum Frieden beitragen.

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Unsere Gäste:
Pater Erich Bernhard (Dompfarrer von Eisenstadt)
Pfarrer Matthias Geist (evang. Gefängnisseelsorge)
Carla Amina Baghajati (Medienreferentin der IGGiÖ)
Thule G. Jug (buddhistische Gefängnisseelsorge)
Veronika Mickel-Göttfert (Bezirksvorstehung Josefstadt)
Christine Proksch (Bezirksvertretung Josefstadt)
Alice Uhl (youngCaritas)

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Hans-Christian Granaas